Städtisches

Geschichte der Hansestadt I Hansetag 2008

  Hanse & Salzwedel  

Zur Hanse im Allgemeinen

Hanse - ist die Bezeichnung für die zwischen Mitte des 13. Jahrhunderts (Gründung:1254) und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen deutscher Kaufleute mit dem Ziel, ihre wirtschaftlichen Interessen besonders im Ausland besser vertreten zu können. Aus ihr entstand der Städtebund der Hanse, in dem sich die Hansestädte zusammenschlossen und ihre Interessen gegenüber anderen Nationen sowie dem Kaiser vertraten. Die Farben der Hanse waren weiß und rot. Diese Farben finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte.

In den Zeiten ihrer größten Ausdehnung waren beinahe 200 See- und Binnenstädte Nordeuropas in der Hanse zusammengeschlossen.

Heute wird das Wort allgemein zur Bezeichnung eines Städtebundes gebraucht, der in Nordeuropa nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein wichtiger Faktor war.

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Die gemeinsame Internetadresse des Städtebundes der Hansestädte der Neuzeit: www.hanse.org

offizielles Logo des Hansetages 2008 in Salzwedel - Motto: Zukunft trifft Vergangenheit
Rückblick auf den Internationalen Hansetag 2008 finden Sie auf folgender Seite: Internationaler Hansetag 2008


Zur Mitgliedschaft von Salzwedel in der Hanse

28.05.1233
Salzwedel wird in einer Urkunde für die Gewandschneidergilde (Vereinigung der Tuchhändler) erstmals als „civitas“ (Stadt im vollen Rechtssinn) bezeichnet. Der Tuchhandel ist im Mittelalter einer der bedeutendsten Handelsbereiche beider Städte Salzwedel. Als weitere Waren, mit denen Salzwedeler Kaufleute handelten, nennt Pohlmann: Honig, Wachs, Bier, Wolle, Butter, Holz, Häute, Waid, Kupfer, Zinn, Blei, Stahl, Eisen, Wein und Getreide.

02.01.1248
Herzog Albrecht von Sachsen-Lauenburg, Engern und Westfalen legt die Zollab- gaben für den Handel auf den Straßen zwischen Salzwedel und Hamburg sowie Lübeck und Salzwedel fest. Nach der Arbeit von Bruns und Weczerka über „Hansische Handelsstraßen“ berührten 3 wichtige Handelsstraßen Salzwedel:
die Straße Lüneburg-Salzwedel-Gardelegen-Magdeburg, die Straße Lüneburg-Salzwedel-Stendal und die Straße Braunschweig-Salzwedel.

17.06.1263
Der Rat der Stadt Lübeck teilt seinem Ältermann auf Gotland mit, daß er die Bürger von Salzwedel in die Genossenschaft in der Stadt Wisby aufgenommen hat. Dieses Datum gilt als Zeitpunkt für die Aufnahme Salzwedels in die Hanse. Der Übergang von der „Kaufleutehanse“ (Gemeinschaften der Kaufleute) zur „Städte-hanse“ vollzog sich in einem längeren Prozeß, so daß man die eigentliche und endgültige Herausbildung der Hanse meist ins 14. Jahrhundert verlegt. Ein Grund für die Begünstigung Salzwedels durch Lübeck wird in den Verdiensten Alexan-ders von Salzwedel gesehen. Er hatte sich in Lübeck als Ratsherr und Befehlshaber in verschiedenen Kämpfen großes Ansehen erworben.

1283
Unter Berufung auf das Lenz’sche Urkundenwerk erwähnt Pohlmann, daß in diesem Jahr die Stadt Hamburg die Bürger von Salzwedel als „Mitbürger“ in Schutz nahm.

1358
Salzwedel nimmt an der Beratung von Maßnahmen der Hanse gegen die Holländer teil.

1370
Salzwedel beteiligte sich an den bis 1370 andauernden Auseinandersetzungen der Hanse mit Dänemark.

1392
Die Herzöge Bernhard und Heinrich von Lüneburg versprechen, dafür zu sorgen, daß die Jeetze schiffbar bleibt. Neben den schon zuvor genannten Landverbindungen hatte wohl auch der Verkehr mit Flußschiffen für den Salzwedeler Handel eine gewisse Bedeutung.

1418
Salzwedel ist in diesem Jahr auf einer allgemeinen Versammlung der Hansestädte in Lübeck (Beratung einer „Tohopesate“) vertreten.

1434
Die Hanse versucht, in einem Streit zwischen Bürgermeistern und Ratsherren in Salzwedel zu vermitteln.

1435
Salzwedel nimmt an den Hanse-Beratungen vor dem Wordingborger Frieden teil.

1474
Salzwedel richtet eine regionale Tagfahrt (einen Hansetag, aber nicht für die Gesamthanse, sondern für die Hansestädte eines kleineren Gebietes) aus.

1474
Pohlmann erwähnt noch in diesem Jahr lebhaften Handelsverkehr Salzwedels mit den nordischen Staaten.

1488
Mit der Niederschlagung des Bierziese-Aufstands durch Markgraf Johann von Brandenburg verliert Salzwedel einen großen Teil seiner früheren Rechte. So wird in der Urkunde vom 28. April 1488, die den Vergleich zwischen Stadt und Markgraf beinhaltet, eine starke Einschränkung der Gesetzgebungsbefugnisse und des Bündnisrechts beider Städte Salzwedel festgelegt.

08.05.1504
Der Rat der Stadt Hamburg unterrichtet Salzwedel über Klagen aus England wegen zu geringer Länge und zu schlechter Qualität der aus Salzwedel bezogenen Leinwand.

1518
Salzwedel verliert die Mitgliedschaft in der Hanse, die genaueren Umstände sind aber unklar. Gründe könnten Bestrebungen des Landesherrn, eine schwindende Bedeutung Salzwedels als Handelszentrum (besonders im Tuchhandel) und geringe Beteiligung an hansischen Aktivitäten gewesen sein.

1554/55
Bitten Salzwedels um Wiederaufnahme in die Hanse werden abgelehnt


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