Tourismus
Stadtrundgang
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Unübersehbar im Zentrum der Stadt steht der achteckige Renaissance-Turm des ehemaligen Neustädter Rathauses aus dem 16. Jahrhundert, der in alten Akten auf dem
Stadtplan von 1753 auch als "Kellerturm" bezeichnet wird. Das 1703 nach einem Sturm schwer beschädigte Rathaus wurde als "Neustädter
Ratskeller" wieder instandgesetzt. 1801 wurde das obere, im gotischen Stil gebaute Stockwerk niedergenommen. Im Jahre 1820 verkaufte die Stadt
den "Stadtkeller" und nur der Turm blieb im Besitz jener. Das links neben diesem Turm stehende Gebäude, der "Schwarze Adler",
war einst doppelt so hoch und gehörte zum Rathauskomplex.
Neben dem Neustädter Rathaus befindet sich das auf einem Vorgängerbau errichtete Terrakottenhaus
aus dem Jahr 1722, welches mit wertvollen Reliefplatten aus gebranntem Ton verziert ist. Die 15 Portraits stammen aus der Lübecker Werkstatt
des Statius van Düren.
Tourist-Information
Neuperverstraße 29
29410 Salzwedel
befindet sich am Neustädter Rathaus
Ein Blick in die Burgstraße, in der sich, wie auch in vergangener Zeit, das Einkaufsleben abspielt. Viele kleine Geschäfte sowie Gaststätten
sind hier angesiedelt. In dieser Straße befinden sich Fachwerkhäuser unterschiedlicher Zeiten.
Wenn man einen Blick durch das Tor des Hauses Burgstraße 18 wirft, begegnet man einem original erhaltenen Fachwerkkomplex mit Speicher, (16.Jh.).
Die Mönchskirche, als Franziskaner Klosterkirche errichtet, ist eine zweischiffige Hallenkirche, deren Baugeschichte bis in die Mitte des 13.Jh.
zurückreicht. Nach baulichen Veränderungen im 14. und 15.Jh. erhielt sie ihr heutiges Bild. Nach der Reformation wurde die Klausur als Lateinschule,
im 19.Jh. dann als Gymnasium und ab 1895 als Rathaus genutzt. Bis in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts diente das Gotteshaus auch als Garnisonskirche.
Das kleine Türmchen auf dem mächtigen und weithin sichtbaren Dach markiert unübersehbar die Mitte der heutigen Stadt. 
Von der Ausstattung blieben das wertvolle Chorgestühl erhalten, einige Grabsteine und der sehenswerte Cranach-Altar, der längst im Johann-Friedrich-Danneil-Museum seine neue Heimat gefunden hat. Heute wird das ehem. Gotteshaus als Forum moderner Kunst - mit wechselnden Ausstellungen - genutzt.
Schon im 9.Jh. entstand diese Burg zum Schutze der alten Salzstraßen zwischen Lüneburg und Magdeburg. Sie fand im Jahr 1112 ihre erste offizielle
Erwähnung, als die "Saltwidele" genannte Anlage durch Kaiser Heinrich V. belagert wurde.
Im Schutze dieser Burg, die 1134 in askischen Besitz überging, wuchs langsam ein Gemeindewesen heran. Heute kann man sich noch Reste der Burgmauer,
des Burggrabens, der ehemaligen Annenkapelle sowie den Burgturm, der Burgfried, selbst ansehen.
Die Gedenkhalle für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde 1923 fertiggestellt.
Die kleine Gertraudenkapelle gehörte zu einem danebenstehenden Spital. Sie wurde ebenfalls in Backsteinbauweise errichtet und fällt durch
ihren Dachturm mit einem sechseckigen Glockengeschoß über dem Westgiebel auf. Erbaut wurde die gotische Pilgerkapelle des gleichnamigen Hospitals
um 1460 unweit des heute nicht mehr existierenden Bockhorner Tors außerhalb der Stadtbefestigung, dort, wo lange noch Ackerbürger und Leinenweber lebten.
Die Lorenzkirche, ebenfalls ein Backsteinbau, war ehemals eine dreischiffige Basilika (Mitte 13. Jh.). Auffällig sind ihre großen Kreisblenden
im Giebel. Das Gotteshaus, in der Übergangszeit von Romanik zur Gotik entstanden, wurde später für weltliche Zwecke, als Salzlager, benutzt
(ab 1692). Ihr südlich gelegenes Seitenschiff und der Turm wurden entfernt. Heute noch erschweren die Salzablagerungen die denkmalpflegerischen
Aktivitäten. 1997 startete man eine Ausgrabung an dieser Kirche, die erstaunliche Dinge wie Grabstätten, alte Feldsteinwege und Gebrauchsgegenstände zu Tage trug.
Das Innere der Kirche ist
schlicht, die Spitzbögen passen sich perfekt in Material und Gestaltung an die romanische Architektur an. Die meisten Einrichtungsgegenstände
gingen verloren.
Die Triumphkreuzgruppe aus dem 16. Jahrhundert entstammt der Nicolaikirche, die 1797 abgebrochen wurde, und unterstreicht die ursprüngliche sakrale Bedeutung dieses Bauwerks.
Der rechts abgebildete Türgriff stellt den heiligen Laurentius auf einem Feuergrill dar, weil er seiner Religion nicht abschwören wollte.
Der palaisartige, schlichte, spätbarocke Bau wurde 1737 als Wohnhaus für einen Salzwedeler Bürgermeister errichtet. Von 1809 bis
1816 diente das Gebäude dem Unterpräfekten Johann Ludwig von Westphalen als Amts- und Wohnhaus, in dem am 12. Februar 1814 dessen Tochter
Jenny geboren wurde, die spätere Ehefrau von Karl Marx.
Seit 1969 bis 1989 war dieses Haus "Museum über die Familie Marx", dann als "Jenny-Marx-Haus" Ausstellungs- und Projektzentrum der Museen des Altmarkkreises Salzwedel. Seit 2005 wird es als Musikschule genutzt. Die Bronzeplastik "Jenny" in der Gartenanlage wurde
von Heinrich Apel künstlerisch gestaltet, die "Kleine Brunnenfrau" von Hans Mettel.
Der Gymnasialdirektor, Prähistoriker und Stadtchronist Johann Friedrich Danneil (1783 bis 1868) lebte ab 1804 ständig in der Hansestadt Salzwedel.
Als eine seiner bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen kann die Begründung des Dreiperiodensystems betrachtet werden, also die uns bekannte Aufteilung
der Vorgeschichte in Stein-, Bronze- und Eisenzeit. Zu Danneils Ehren trägt das Kreis-Heimatmuseum heute seinen Namen.
Wesentliche Zeugnisse zur Geschichte Salzwedels gehen auf Johann Friedrich Danneils unermüdliche Sammlertätigkeit zurück. Sie sind im Kreis-Heimatmuseum zu besichtigen.
Bevor man das Haus betritt, das 1578 durch Werner v.d. Schulenburg erbaut wurde, sollte man die repräsentative Fassade und ihre alten Innenschriften
studieren. Auch der daneben befindliche Fachwerkbau mit einem prächtigen Erker, der ehemalige Marstall, ist sehenswert. Neben Zeitzeugen aus der
Ur- und Frühgeschichte der alten Hansestadt und der Umgebung werden Sammlungen mit Exponaten aus vielen Jahrhunderten regionaler Kulturgeschichte
gezeigt. Dabei erweist sich der altehrwürdige Bau als idealer Rahmen für die Ausstellungen.
Berühmt über die Landesgrenzen hinaus ist die Salzwedeler Madonna, eine Holzfigur aus dem 2. Viertel des 13. Jh., zugleich eine der seltenen
romanischen Kostbarkeiten. Auch der "Weinbergaltar" von Lucas Cranach d. J. aus der ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche zählt
zu jenen Kunstwerken, die den guten Ruf dieses Museums festigen. Weiterhin kann man historische Möbel und Kunstgewerbearbeiten, Waffen, Münzen
und Siegel kennenlernen. Wer sich für die Heimatgeschichte interessiert, findet in der Präsenzbibliothek über 20.000 Bücher. Auch wechselnde
Ausstellungen faszinieren immer wieder die Besucher.
Repräsentativ für die Architektur der norddeutschen Backsteingotik ist Salzwedels ältestes Bauwerk, die Marienkirche. Als Feldsteinbau in der zweiten Hälfte
des 12. Jahrhunderts begonnen, wurde sie bis zum 15. Jahrhundert zur fünfschiffigen Backsteinbasilika mit Querschiff und Vierung umgebaut. Seither ist ihr
Baukörper unverändert geblieben. Ihr achteckiger, 86m hoher Turm rückte zum Inneren der Kirche, als das Westschiff errichtet
wurde. Historiker bestätigen, daß der "schiefe Turm", aus Gründen der Stabilität absichtlich gegen den Wind geneigt wurde.
Daß die Kenner sakraler Kunstwerke auch die Ausstattung der Kirche besichtigen, versteht sich von selbst. Der acht Meter breite und über sechs Meter
hohe Schnitzaltar (1510) ist der größte und schönste der Altmark. 30 Reliefs und 22 Plastiken zieren ihn. Beachtenswert von den vielen hervorragenden
Ausstattungsstücken sind vor allem die Reste der Wandmalereien (um 1500), die Glasmalereien (14. und 16. Jh.), die große Triumphkreuzgruppe
(Mitte 15.Jh.), die Bronzetaufe (1520-22), der sog. Levitensitz (14.Jh.), die Kanzel (1581) und der barocke Orgelprospekt (1748-52).
eMail: St.Marien_Salzwedel@gmx.de
Internet: www.marienkirche-salzwedel.de
Eines der ältesten Häuser Salzwedels ist dieses ehemalige Brauereigebäude. Erbaut wurde es in der Mitte des 15. Jahrhunderts, West Fassade 16.Jh.
Senkrechte Ständer durchlaufen die Wand von der Schwelle bis zum Rähm, die Deckenbalken sind durch die Ständer gezapft (sichtbar an der Salzstraße).
Am Kreuzungspunkt der alten Fernhandelsstraßen Magdeburg - Lübeck - Hamburg und Braunschweig - Hitzacker fasziniert das ehemalige Altstädter
Rathaus (Anfang 16.Jh.). Es ist an seinen Staffelgiebeln, teils mit heraldischem Schmuck, zu erkennen. Heute ist hier das Amtsgericht untergebracht.
In der Altperverstraße darf keinesfalls ein Gebäudeensemble übersehen werden, das aus der ehemaligen Münze (15.Jh.) mit beeindruckendem
Backsteingiebel - nach dem Vorbild Lüneburger Kaufmannshäuser konzipiert - und dem links danebenstehenden Fachwerkgebäude besteht.
Hier wurden ab 1314 Münzen geprägt. Diese trugen das Altstädter Wappen oder einen Adler. Beide Gebäude sind heute Sitz der Industrie- und Handelskammer.
Die Stadtmauer entstand im 14. Jahrhundert und war ursprünglich 5m hoch und etwa 2,9km lang. Sie schützte damals Alt- und Neustadt. Heute
ist sie nur noch 1,8km lang und an einigen Stellen noch max. 3,5m hoch.
Der Hungerturm ist Teil der ehemaligen Stadtbefestigung. Er ist noch zu ca. 64% erhalten und befindet sich gleich in der Nähe des Danneil-Museums.
Das Neuperver Tor als Teil der Stadtbefestigung ist das Haupttor der Neustadt. Es ist das älteste der beiden noch vorhandenen Stadttore und war
ehemals das innere Tor des Neuperver Tores, ein schlichter Backstein-Torturm aus den Jahren 1460/70, der durch fünf Doppelblenden dekoriert ist.
Der Wasserturm ist ein neugotischer Bau mit einer Höhe von 43,7 m. 1903 durch die Hand des Meisters Albert Strauchenbruch erbaut. Mit dem Bau
dieses Turmes wurde die hölzerne Wasserversorgung durch eiserne Rohre zu jedem Haushalt abgelöst. Der Turm diente bis 1981 der Hansestadt Salzwedel
zur Wasserversorgung. Über dem Haupteingang ist das Stadtwappen in Sandstein zu sehen.
Architektonischer Mittelpunkt dieses Ensembles mit Fachwerkbauten aus dem 16. bis 18.Jh. neben der Katharinenkirche ist die ehemalige Neustädter Lateinschule.
Unter Verwendung eines Vorgängerbaues entstand sie 1550. Das heute verputzte Erdgeschoß wurde einst aus Backstein errichtet. Das Fachwerkgeschoß
und der Treppenturm stammen aus der Mitte des 16.Jh.. Im Turmstübchen befinden sich florale Malereien aus dem 17. Jahrhundert.
Das Gotteshaus der Neustadt ist die Katharinenkirche. Auch dieses Bauwerk ist eine Backsteinbasilika, jedoch ohne Querschiff. Ihre hohen, von Doppelblenden
gezierten Staffelgiebel sind typisch für den Kirchenbau in Norddeutschland. Die heute noch sichtbare Bausubstanz entstand im 14. und 15.Jh., obwohl
die Kirche kurz nach der Entstehung der Neustadt begonnen wurde. Auch hier entdeckt der Kenner
sakraler Architektur erlesene Ausstattungsgegenstände. Das Prunkstück in dieser im 19.Jh. innen reichlich puritanisch veränderten Kirche
ist der "Einhornaltar", ein dreiflügliger Schnitzaltar (1474), der das Wunder der Geburt Jesu Christi veranschaulicht. Weitere beachtenswerte
Sehenswürdigkeiten sind die Reste spätgotischer Wandmalereien, ein kleines Kruzifix, die Holzkanzel, die Bronzetaufe, einige Gemälde
und Grabsteine. Als besonders wertvoll gelten die Glasmalereien in den mittelalterlichen Fenstern.
eMail: katharinen@gemeinde-bunt.de
Internet: www.katharinenkirche-salzwedel.de
Typisch für die Jahrhundertwende ist der 1882 als königliches Gymnasium für Jungen errichtete Ziegelbau. Seinen Namen - zu Ehren des "Turnvaters"
und ehemaligen Schülers - erhielt es 1931. Die Oberschule für Mädchen wurde 1947 eingegliedert.
Das Steintor wurde unter Einbeziehung eines Rundturms, der früher als Gefängnis diente, 1530 fertiggestellt. Der Giebel wird beidseitig
von spätgotischen Ornamenten geziert. Übrigens: Die Hansestadt besaß früher einmal zehn Tore.
Geradezu als ein städtebauliches Juwel aus historischer Zeit erweist sich dieses Ensemble hübscher Fachwerkhäuser entlang der Jeetze.
In den ehemaligen
Geschäftshäusern siedeln sich nach und nach wieder kleine Läden an.
Besonders beachtenswert ist das rechts abgebildete einstige Handelshaus, das 1586 errichtet und zur 750-Jahrfeier der Stadt umfangreich restauriert wurde. Es weckt Erinnerungen an die ehemalige "Hafenstadt" Salzwedel.
© Hansestadt Salzwedel - An der Mönchskirche 5 - 29410 Salzwedel